Schorndorfer Orgel-September 2020

Zum 28. Mal finden in der Schorndorfer Stadtkirche drei Konzerte an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen im September statt. Das gemeinsame Motto ist in diesem Jahr „Musikalische Testamente“. In allen drei Orgelkonzerten erklingen also letzte Werke einiger bedeutender Komponisten aus unterschiedlichen Epochen.

Beim ersten Konzert am 13. September spielt Thomas Schäfer-Winter den Zyklus „Kunst der Fuge“ von J.S. Bach. Es ist Bachs letztes großes Werk für ein Tasteninstrument, genauer: für Cembalo oder Orgel. Bach wollte das Werk im Druck herausgeben. Er konnte den Notenstich selbst vorbereiten und überwachen, starb aber vor der Fertigstellung. Der letzten Fuge fehlt der krönende Abschluss – sie bricht kurz davor ab. So wurde das Werk erst ein Jahr nach seinem Tod von seinem Sohn Carl Phil. Emanuel Bach im Druck herausgegeben. Der Titel „Kunst der Fuge“ sagt es: Bach hat hier alles nur Denkbare an kontrapunktischer Kunstfertigkeit, an Erfindungsreichtum, dazu an planvoller architektonischer Anlage ausgebreitet. Es ist kein Lehrwerk mit trockenen Exempeln, sondern als Spielzyklus mit ausdrucksvoller Musik angelegt.
Thomas Schäfer-Winter wurde in Lahr / Schwarzwald geboren und wuchs in Stuttgart auf. Er studierte Kirchenmusik in Essen und Stuttgart und war Folkwangpreisträger der Essener Hochschule. Nach dem Abschluss des Studiums wurde er Bezirkskantor in Mössingen bei Tübingen. Studien in historischer Aufführungspraxis führten ihn an die  Norddeutsche Orgelakademie zu Prof. Harald Vogel. Danach arbeitete er als Organist und Kantor in Kopenhagen und als Bezirkskantor in Stuttgart-Bad Cannstatt. Von 1998 – 2001 war er Kirchenmusiker an Sankt Petri in Kopenhagen und studierte zugleich Cembalo bei Prof. Siegbert Rampe. Nach einem dreijährigen Venedig-Aufenthalt lebte er fünf Jahre in Salzburg und ist seit 2014 wieder in Stuttgart tätig. Von 1992 – 2020  bekleidete er einen Lehrauftrag für künstlerisches Orgelspiel an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen. Seine Konzerttätigkeit führt ihn in zahlreiche Städte des In- und Auslands.
Vor dem eigentlichen Konzert, das um 19:45 Uhr (!) beginnt, gibt es um 19 Uhr (!) eine Werk-Einführung durch Prof. Wolfgang Wiemer, der über die „Kunst der Fuge“ ein Buch mit neuen Erkenntnissen geschrieben hat, das 2018 erschienen ist.

Beim 2. Konzert am 20. September (Beginn: 19:30 Uhr) spielt Hannelore Hinderer französische Orgelmusik: die „Trois Chorales“ von César Franck und „Trois Danses“ von Jehan Alain.

Beim 3. Konzert am 27. September (Beginn: 19:30 Uhr) ist der Ludwigsburger Bezirkskantor Fabian Wöhrle erstmals in Schorndorf zu hören. Er spielt den selten zu hörenden letzten großen Orgel-Zyklus des tschechischen Komponisten Petr Eben „Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens“ für Orgel und Sprecherin (Dr. Juliane Baur).

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Kirchenmusik erwünscht.

Veranstalter ist das Evangelische Bezirkskantorat Schorndorf.

Selbstverständlich werden alle vorgeschriebenen Corona-bedingten Hygienemaßnahmen beachtet. Alle Konzertbesucher/-innen werden gebeten, ihre Gesichtsmasken zum Betreten und Verlassen der Kirche aufzusetzen.